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Bargeldlos bezahlen im Café und Imbiss – was Studien für kleine Betriebe zeigen

Kleine Beträge, Laufkundschaft, Tempo an der Theke – eine neutrale Einordnung, warum bargeldloses Bezahlen gerade für Cafés, Imbisse und Foodtrucks relevant wird.

Kleine Beträge, Laufkundschaft, Tempo an der Theke – eine neutrale Einordnung, warum bargeldloses Bezahlen gerade für Cafés, Imbisse und Foodtrucks relevant wird.

An der Theke eines Cafés oder Imbisses zählt jede Sekunde: Die Schlange ist kurz, die Beträge sind klein, die Kundschaft oft spontan und in Eile. Genau in diesem Umfeld stellt sich die Frage nach dem Bezahlweg anders als im Restaurant mit Tischservice. Lohnt sich Kartenzahlung bei einem Kaffee für drei Euro? Ist sie an der Theke schnell genug? Und erwarten Gäste sie überhaupt?

Dieser Artikel ordnet die Studienlage speziell für kleine Betriebe mit Thekenverkauf ein – Cafés, Imbisse, Foodtrucks. Es geht nicht darum, digitale Lösungen für Cafés zu verkaufen, sondern neutral zu zeigen, was belegt ist und was nicht. Den grundsätzlichen Überblick, warum Kartenzahlung generell zur Grundausstattung zählt, behandelt ein eigener Artikel zur Kartenzahlung im Restaurant; hier liegt der Fokus bewusst auf dem Alltag an der Theke.

Das Wichtigste auf einen Blick Die belastbaren Daten zeigen einen klaren Trend zu bargeldlosem und kontaktlosem Bezahlen – auch bei kleinen Beträgen. Für Cafés, Imbisse und Foodtrucks mit junger, spontaner Laufkundschaft ist Kartenzahlung damit weniger ein Zusatz als eine wachsende Erwartung. Wichtig ist die Einordnung: Die Studien belegen den Trend und die Erwartung, aber keinen höheren Umsatz und keine Pflicht für jeden Betrieb.

Wie sich das Bezahlverhalten verändert hat

Das Bezahlen in Deutschland hat sich über Jahre spürbar verschoben – weg vom selbstverständlichen Bargeld, hin zu Karte und Smartphone. Dieser Wandel betrifft nicht nur große Häuser, sondern gerade auch den kleinen, schnellen Einkauf, wie er für Café und Imbiss typisch ist.

Der Grund liegt in der Gewöhnung: Wer im Supermarkt, in der Bäckerei oder am Kiosk längst kontaktlos zahlt, erwartet dieselbe Möglichkeit auch beim Coffee to go oder am Imbissstand. Das Bezahlverhalten wird über alle Alltagssituationen hinweg ähnlicher – und der spontane Kleinbetrag ist davon besonders betroffen.


Was die girocard-Daten zeigen

Die verlässlichste Grundlage sind die Jahreszahlen der girocard (EURO Kartensysteme). Sie sind Primärdaten – sie zählen tatsächlich durchgeführte Zahlungen des girocard-Systems und beruhen nicht auf Befragungen.

Die wichtigsten belegten Werte:

  • Die Zahl der girocard-Transaktionen wächst kontinuierlich: von rund 6,7 Milliarden (2022) auf etwa 8,3 Milliarden (2025).
  • Der Anteil kontaktloser Zahlungen ist bis Dezember 2025 auf 88,5 Prozent gestiegen. Berührungsloses Zahlen ist damit der Normalfall, nicht die Ausnahme.
  • Die Zahl der Akzeptanzstellen wuchs auf bis zu 1,34 Millionen Terminals (2025) – über alle Betriebsgrößen hinweg.

Ein Detail ist für den Thekenverkauf besonders interessant: Der durchschnittliche girocard-Betrag ist zuletzt gesunken, auf 37,25 Euro im Jahr 2025. girocard führt das ausdrücklich auf mehr Kleinbetrags-Akzeptanzstellen wie Bäckereien, Kioske und Automaten zurück – also auf einen systemweiten Effekt, nicht auf die Gastronomie. Das zeigt: Auch kleine Beträge werden zunehmend selbstverständlich mit Karte bezahlt. Wichtig bleibt die Einordnung – dies ist eine systemweite Zahl, kein café- oder imbissspezifischer Wert.


Was die eat.pay.love-Studie zeigt

Die Jahreszahlen sagen etwas über das tatsächliche Zahlen aus, aber wenig über die Erwartungen der Gäste. Hier hilft die eat.pay.love-Studie von orderbird und Mastercard – eine Branchenstudie mit repräsentativem Verbraucherteil, deren Herausgeber ein Eigeninteresse am Thema haben und die deshalb als Branchenquelle zu lesen ist.

Ihre für kleine Betriebe relevanten Befunde:

  • Rund 91 Prozent der Gäste erwarten die Kartenakzeptanz als Standardservice in der Gastronomie.
  • 36 Prozent der Gäste haben schon einmal ein Lokal gemieden, weil dort keine Kartenzahlung möglich war – bei den 18- bis 39-Jährigen mehr als die Hälfte.

Gerade der zweite Punkt trifft Cafés und Imbisse, die von junger, spontaner Laufkundschaft leben. Eine repräsentative girocard-Umfrage zur Außengastronomie (durchgeführt von infas quo) stützt das unabhängig: Dort gaben 62 Prozent der 16- bis 29-Jährigen an, schon einmal ein Lokal ohne Kartenzahlung gemieden zu haben. Zwei getrennt erhobene Befragungen zeigen also in dieselbe Richtung – ohne dass man die Zahlen überinterpretieren müsste: Es sind Erwartungswerte, keine gemessenen Umsätze.


Was EHI zusätzlich zeigt

Für den größeren Rahmen liefert das EHI Retail Institute Zahlen. Dabei ist eine Einschränkung ausdrücklich zu betonen: Die EHI-Daten stammen aus dem stationären Einzelhandel, nicht aus der Gastronomie. Sie dienen hier nur als allgemeiner Markttrend, nicht als café- oder imbissspezifischer Beleg.

In diesem Rahmen zeigt EHI:

  • Im stationären Einzelhandel wird nur noch rund ein Drittel des Umsatzes bar bezahlt (2025: 32,3 Prozent), der Kartenanteil liegt über 65 Prozent.
  • Mobile Payment per Smartphone wächst schnell: Sein Anteil an den bargeldlosen Zahlungen stieg von rund 12,9 Prozent (2024) auf 19,3 Prozent (2025) – inzwischen fast jede fünfte bargeldlose Zahlung.

Der übergeordnete Trend – Bargeld verliert, Karte und Smartphone gewinnen – bildet die Kulisse, vor der auch Café und Imbiss agieren. Mehr als ein Kontextsignal ist es aber nicht.


Warum Gäste im Café und Imbiss bargeldlos erwarten

Warum verschiebt sich die Erwartung gerade beim kleinen, schnellen Einkauf? Die Gründe sind alltäglich und lassen sich ohne Marketingpathos benennen.

Gewohnheit. Wer überall sonst mit Karte oder Smartphone zahlt, bringt diese Gewohnheit mit an die Theke. Der Bezahlweg, der im restlichen Alltag Standard ist, wird auch hier vorausgesetzt.

Komfort. Viele Menschen haben schlicht kein Bargeld mehr dabei oder wollen kein Kleingeld hantieren. Karte oder Smartphone sind für sie der bequemere Weg.

Geschwindigkeit. Eine kontaktlose Zahlung ist an der Theke schnell abgeschlossen. Bei einem Kontaktlos-Anteil von 88,5 Prozent ist genau das der Regelfall geworden.

Alltag. Coffee to go, Snack in der Mittagspause, schnelles Essen am Imbissstand – diese Käufe sind spontan. Fehlt die Kartenzahlung, entsteht eine kleine Hürde, die manche Gäste zum nächsten Anbieter weiterziehen lässt.

Keiner dieser Punkte ist ein Umsatzversprechen. Sie beschreiben lediglich, warum die Erwartung heute so ausgeprägt ist.


Was die Studien NICHT belegen

Zur seriösen Einordnung gehört, die Grenzen der Daten klar zu benennen.

Keinen höheren Umsatz. Keine der genannten Quellen misst, dass Kartenzahlung im Café oder Imbiss den Umsatz steigert. Die verbreitete Behauptung, Kartenzahler gäben mehr aus, beruht in der eat.pay.love-Studie nur auf einer Selbsteinschätzung der Gastronomen – nicht auf gemessenen Werten.

Keine Pflicht für jeden Betrieb. Eine allgemeine gesetzliche Pflicht zur Kartenzahlung gibt es nicht. Ob sie sich für einen konkreten Betrieb lohnt, hängt von Standort, Kundschaft und Abläufen ab – dazu treffen die Studien keine Aussage.

Keine Aussage zur Wirtschaftlichkeit. Die Daten zeigen den Trend und die Erwartung, aber nichts über Terminalkosten, Gebühren oder die Rentabilität im Einzelfall. Diese Rechnung muss jeder Betrieb selbst aufmachen.

Keine café- oder imbissspezifischen Transaktionsdaten. Es gibt keine offizielle girocard- oder EHI-Auswertung nur für Cafés oder Imbisse. Die belastbaren Zahlen sind systemweit oder aus dem Einzelhandel; die Übertragung auf den einzelnen Thekenbetrieb ist plausibel, aber nicht direkt belegt.


Häufige Missverständnisse

„Bei kleinen Beträgen lohnt sich Kartenzahlung nicht.” Der systemweit gesunkene Durchschnittsbetrag zeigt, dass Kleinbeträge zunehmend per Karte gezahlt werden. Ob es sich rechnet, ist eine betriebliche Kostenfrage – dass Gäste kleine Beträge kartenlos erwarten, stimmt so nicht mehr.

„Kartenzahlung ist an der Theke zu langsam.” Bei einem Kontaktlos-Anteil von 88,5 Prozent ist die schnelle, berührungslose Zahlung längst der Normalfall. Das Tempo-Argument trifft die heutige Realität kaum noch.

„Bargeldlos ist nur etwas für Restaurants.” Die Zahl der Akzeptanzstellen ist über alle Betriebsgrößen hinweg gewachsen. Gerade junge, spontane Laufkundschaft, wie sie Café und Imbiss haben, erwartet die Kartenzahlung besonders häufig.

„Kartenzahler geben automatisch mehr aus.” Das ist nicht belegt. Die Aussage stammt aus einer Selbsteinschätzung von Gastronomen, nicht aus gemessenen Umsätzen, und sollte nicht als Tatsache behandelt werden.

„Wer Karte anbietet, muss Bargeld abschaffen.” Im Gegenteil: In der girocard-Umfrage zur Außengastronomie lagen Bargeld (47 Prozent) und Karte (44 Prozent) nahezu gleichauf. Beides parallel anzubieten entspricht dem, was Gäste erwarten.


Die Studien im Überblick

StudieKernaussageEinordnung
girocard-Jahreszahlen (EURO Kartensysteme)Transaktionen steigen (rund 8,3 Mrd. 2025), kontaktlos bei 88,5 %, sinkender Ø-Betrag durch mehr Kleinbetrags-ZahlungenPrimärdaten, systemweit – kein café-/imbissspezifischer Ausweis
eat.pay.love (orderbird / Mastercard)91 % erwarten Kartenakzeptanz; 36 % mieden ein Lokal ohne KartenzahlungBranchenstudie mit repräsentativem Verbraucherteil – als solche zu lesen
girocard-Umfrage Außengastronomie (infas quo)62 % der 16- bis 29-Jährigen mieden ein Lokal ohne KartenzahlungVerbraucherumfrage – Erwartungswerte, keine Transaktionsdaten
EHI Retail InstituteBargeld nur noch rund ein Drittel des Umsatzes; Mobile Payment fast jede fünfte bargeldlose ZahlungEinzelhandelsdaten – nur allgemeiner Markttrend, nicht Gastronomie

Checkliste: Passt Kartenzahlung zu deinem Café oder Imbiss?

  • Deine Kundschaft ist überwiegend jung oder spontan unterwegs
  • Du hast viel Laufkundschaft und kurze Kontaktzeiten an der Theke
  • Gäste fragen gelegentlich, ob sie mit Karte zahlen können
  • Kontaktloses Zahlen ist bei deinen Gästen selbstverständlich
  • Du möchtest Bargeld und Karte parallel anbieten, nicht ersetzen
  • Die Kostenfrage (Terminal, Gebühren) hast du für deinen Betrieb geklärt

Je mehr Punkte zutreffen, desto eher gehört die Kartenzahlung auch an deiner Theke dazu – mit der nüchternen Erwartung, die die Studienlage stützt, und einer Kostenrechnung, die zu deinem Betrieb passt.


Fazit

Die Datenlage ist für den Thekenbetrieb ähnlich eindeutig wie für die Gastronomie insgesamt: Die girocard-Primärdaten belegen einen anhaltenden Trend zu bargeldlosem und kontaktlosem Bezahlen, auch bei kleinen Beträgen. Befragungen von orderbird/Mastercard und girocard zeigen, dass Gäste – besonders junge – Kartenzahlung erwarten und ihr Fehlen mit Meidung quittieren. Die EHI-Zahlen liefern den Markttrend, ausdrücklich aus dem Einzelhandel.

Ebenso klar ist, was die Studien nicht hergeben: keinen höheren Umsatz, keine Pflicht, keine Wirtschaftlichkeitsaussage für den Einzelfall. Für Café, Imbiss und Foodtruck bedeutet das nüchtern: Kartenzahlung ist zu einer verbreiteten Gästeerwartung geworden, deren Einführung sich aber an den eigenen Kosten und Abläufen messen lassen muss. Wie sich Kartenzahlung dabei in schlanke, digitale Abläufe einfügt, zeigt die Übersicht zu digitalen Lösungen für Cafés.

Digitale Gästeservices für Café und Imbiss

Sehen Sie, wie sich digitale Speisekarte, QR-Code und einfache Abläufe für kleine Thekenbetriebe zusammenfügen lassen.


Studien & Quellen

Die in diesem Artikel verwendeten Studien und deren Einordnung finden Sie auf unserer zentralen Seite Studien & Quellen.


Häufige Fragen

Erwarten Gäste im Café oder Imbiss wirklich Kartenzahlung? Laut der eat.pay.love-Studie von orderbird und Mastercard erwarten rund 91 Prozent der Gäste die Kartenakzeptanz als Standardservice. Besonders junge Gäste reagieren empfindlich: In einer girocard-Umfrage zur Außengastronomie hatten 62 Prozent der 16- bis 29-Jährigen schon ein Lokal ohne Kartenzahlung gemieden.

Lohnt sich Kartenzahlung bei kleinen Beträgen? Der systemweit gesunkene girocard-Durchschnittsbetrag zeigt, dass Kleinbeträge zunehmend per Karte gezahlt werden. Ob es sich für einen konkreten Betrieb rechnet, ist eine Kostenfrage, die von Terminal und Gebühren abhängt – dazu treffen die Studien keine Aussage.

Ist Kartenzahlung an der Theke schnell genug? Für gewöhnlich ja. Laut girocard erfolgten im Dezember 2025 bereits 88,5 Prozent der girocard-Zahlungen kontaktlos. Das berührungslose Zahlen ist an der Kasse damit der Normalfall und in der Regel sehr schnell.

Verliere ich ohne Kartenzahlung Laufkundschaft? Zwei unabhängige Befragungen deuten darauf hin: 36 Prozent der Gäste haben laut eat.pay.love schon ein Lokal ohne Kartenzahlung gemieden, bei den 18- bis 39-Jährigen über die Hälfte. Für Betriebe mit viel spontaner Laufkundschaft ist das ein relevantes Signal.

Muss ein Café oder Imbiss Kartenzahlung anbieten? Eine allgemeine gesetzliche Pflicht dazu gibt es in Deutschland nicht. Entscheidend ist heute weniger die Vorschrift als die Erwartung der Gäste – und die eigene Abwägung von Nutzen und Kosten.

Ist Bargeld im Café und Imbiss noch wichtig? Ja. In der girocard-Umfrage zur Außengastronomie lagen Bargeld (47 Prozent) und Karte (44 Prozent) nahezu gleichauf. Sinnvoll ist deshalb, beide Zahlungswege parallel anzubieten, statt einen zu ersetzen.

Was bedeutet kontaktloses Bezahlen? Gemeint ist das Bezahlen durch Auflegen von Karte oder Smartphone, bei kleinen Beträgen ohne PIN. Laut girocard erfolgten im Dezember 2025 bereits 88,5 Prozent der girocard-Zahlungen kontaktlos – es ist der Normalfall.

Wie fange ich als kleiner Betrieb am besten an? Sinnvoll ist ein pragmatischer Einstieg, der Bargeld weiter zulässt und die eigenen Kosten im Blick behält. Kartenzahlung lässt sich gut mit anderen digitalen Gästeservices wie einer digitalen Speisekarte zusammendenken.

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