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Warum Kartenzahlung heute zur Grundausstattung eines Restaurants gehört

Studien zeigen einen klaren Trend zum bargeldlosen Bezahlen. Was das für Restaurants bedeutet, welche Erwartungen Gäste heute haben und was belegt ist.

Studien zeigen einen klaren Trend zum bargeldlosen Bezahlen. Was das für Restaurants bedeutet, welche Erwartungen Gäste heute haben und was belegt ist.

Das Bezahlverhalten in Deutschland verändert sich seit Jahren spürbar – und die Gastronomie steht mitten in dieser Entwicklung. Wo früher fast selbstverständlich bar gezahlt wurde, greifen Gäste heute immer häufiger zur Karte oder zum Smartphone. Für viele kleine Betriebe stellt sich deshalb weniger die Frage, ob sie Kartenzahlung anbieten, sondern wie selbstverständlich Gäste sie inzwischen erwarten.

Dieser Artikel ordnet die Entwicklung anhand belastbarer Studien ein. Es geht nicht darum, ein bestimmtes Produkt zu bewerben, sondern zu verstehen, warum sich der Markt so entwickelt, was Gäste heute voraussetzen und welche Folgen das für Gastronomiebetriebe hat. Wer diese Zusammenhänge kennt, kann besser einschätzen, an welcher Stelle sich der Schritt zu digitalen Gästeservices lohnt.

Das Wichtigste auf einen Blick Mehrere unabhängige Quellen belegen einen anhaltenden Trend zum bargeldlosen Bezahlen. Kontaktloses Zahlen ist inzwischen Standard, und besonders jüngere Gäste erwarten die Kartenakzeptanz. Fehlt sie, meiden viele von ihnen ein Lokal. Kartenzahlung ist damit weniger ein Zusatzangebot als eine Grunderwartung geworden.

Warum sich das Zahlungsverhalten verändert

Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen ist keine Momentaufnahme, sondern über Jahre hinweg messbar. Die Jahreszahlen der girocard (EURO Kartensysteme) gehören zu den wenigen echten Primärdatenquellen zum Kartenzahlungsverhalten in Deutschland, weil sie sämtliche Transaktionen des girocard-Systems erfassen. Sie zeigen ein kontinuierliches Wachstum: von rund 6,7 Milliarden Transaktionen im Jahr 2022 auf etwa 8,3 Milliarden im Jahr 2025. Auch die Zahl der aktiven Akzeptanzstellen wächst deutlich – auf bis zu 1,34 Millionen Terminals im Jahr 2025.

Besonders aussagekräftig ist der Anteil kontaktloser Zahlungen: Er ist bei der girocard bis Dezember 2025 auf 88,5 Prozent gestiegen. Das Auflegen von Karte oder Smartphone an der Kasse ist damit nicht mehr die Ausnahme, sondern der Normalfall.

Diese Entwicklung betrifft nicht nur die Gastronomie. Das EHI Retail Institute erhebt jährlich die Zahlen zum Bezahlverhalten im stationären Einzelhandel – einem angrenzenden Bereich, dessen Zahlen sich nicht eins zu eins auf die Gastronomie übertragen lassen, die aber den allgemeinen Rahmen gut abbilden. Dort wird laut EHI inzwischen nur noch etwa ein Drittel des Umsatzes bar bezahlt (2025: 32,3 Prozent), während der Kartenanteil auf über 65 Prozent gestiegen ist. Parallel wächst das mobile Bezahlen per Smartphone rasant: Sein Anteil an den bargeldlosen Zahlungen im Einzelhandel stieg laut EHI von rund 12,9 Prozent (2024) auf 19,3 Prozent (2025) – also fast jede fünfte bargeldlose Zahlung.

Der übergeordnete Befund ist eindeutig: Bargeld verliert an Bedeutung, Karte und Smartphone gewinnen. In diesem Umfeld bewegen sich auch Restaurants, Cafés und Imbisse.


Welche Erwartungen Gäste heute haben

Zahlen zum Marktvolumen erklären den Trend, sagen aber noch nichts darüber, was Gäste konkret voraussetzen. Hier liefern Befragungen die aussagekräftigeren Hinweise – wobei man ihren Charakter kennen sollte: Es handelt sich um Selbstauskünfte, nicht um gemessene Umsätze.

Laut der eat.pay.love-Studie von orderbird und Mastercard, einer wiederkehrenden Branchenstudie mit repräsentativem Verbraucherteil, erwarten rund 91 Prozent der Gäste die Kartenakzeptanz als Standardservice in der Gastronomie; bei den 30- bis 39-Jährigen sind es sogar etwa 96 Prozent. Kartenzahlung wird von einer großen Mehrheit also nicht als Komfort-Extra wahrgenommen, sondern schlicht vorausgesetzt.

Noch deutlicher wird das Bild beim Blick auf junge Gäste. Dieselbe Studie berichtet, dass 36 Prozent der Gäste schon einmal ein Lokal gemieden haben, weil dort keine Kartenzahlung möglich war – bei den 18- bis 39-Jährigen war es über die Hälfte. Eine repräsentative girocard-Umfrage zur Außengastronomie (durchgeführt von infas quo) kommt zu einem vergleichbaren Ergebnis: 62 Prozent der 16- bis 29-Jährigen haben demnach schon einmal ein Lokal gemieden, das keine Kartenzahlung anbot. Dass zwei unabhängig voneinander erhobene Befragungen in dieselbe Richtung zeigen, macht diese Kernaussage belastbarer als eine einzelne Zahl.


Was die Studienlage zeigt

Die genannten Zahlen stammen aus unterschiedlichen Quellen mit unterschiedlichem Charakter. Für eine seriöse Einordnung ist es wichtig, sie nicht zu vermischen.

Die girocard-Jahreszahlen sind Transaktionsdaten – sie zählen tatsächlich durchgeführte Zahlungen und sind damit besonders belastbar. Allerdings berichten sie das Gesamtsystem über alle Branchen hinweg; einen eigenen Ausweis nur für die Gastronomie gibt es nicht.

Die eat.pay.love-Studie und die girocard-Außengastronomie-Umfrage sind Befragungen. Sie geben Erwartungen und Selbsteinschätzungen wieder, keine gemessenen Umsätze. Beide stammen zudem von Herausgebern mit einem gewissen Eigeninteresse am Thema und sollten daher als Branchen- beziehungsweise Umfragedaten gelesen werden. Ihr Wert liegt darin, die Richtung der Gästeerwartungen anzuzeigen – und die ist über mehrere Erhebungen hinweg konsistent.

Die EHI-Zahlen schließlich sind belastbare Marktdaten, beziehen sich aber ausdrücklich auf den stationären Einzelhandel und nicht auf die Gastronomie. Sie taugen als Kontext für den allgemeinen Trend, nicht als gastronomiespezifischer Beleg.

Studie / QuelleWichtigste ErkenntnisBedeutung für Gastronomiebetriebe
girocard-Jahreszahlen (EURO Kartensysteme, Primärdaten)Transaktionen steigen kontinuierlich (rund 8,3 Mrd. 2025), kontaktlos bei 88,5 %Bargeldloses und kontaktloses Zahlen ist im Alltag der Normalfall geworden
eat.pay.love (orderbird / Mastercard, Branchenstudie)91 % der Gäste erwarten Kartenakzeptanz; 36 % haben ein Lokal ohne Kartenzahlung gemiedenFehlende Kartenzahlung kann Gäste kosten – besonders jüngere
girocard-Umfrage Außengastronomie (infas quo)62 % der 16- bis 29-Jährigen mieden schon ein Lokal ohne KartenzahlungBestätigt unabhängig: junge Gäste reagieren sensibel auf fehlende Kartenzahlung
EHI Retail Institute (Einzelhandel, kein Gastro-Ausweis)Nur noch rund ein Drittel des Umsatzes bar; Mobile Payment fast jede fünfte bargeldlose ZahlungZeigt den gesamtwirtschaftlichen Rahmen, in dem sich auch die Gastronomie bewegt

Die Entwicklung der letzten Jahre

Betrachtet man die belastbaren Transaktionsdaten über mehrere Jahre, ergibt sich ein stetiger, nicht sprunghafter Verlauf. Die girocard-Transaktionen wuchsen von rund 6,7 Milliarden (2022) über 7,5 Milliarden (2023) und 7,9 Milliarden (2024) auf etwa 8,3 Milliarden (2025). Der kontaktlose Anteil zog im selben Zeitraum von unter 80 Prozent auf 88,5 Prozent an.

Diese Kontinuität ist entscheidend für die Einordnung: Es handelt sich nicht um einen kurzfristigen Effekt, der wieder abklingt, sondern um eine anhaltende Verschiebung des Zahlungsverhaltens. Der pandemiebedingte Schub ab 2020 hat den Trend beschleunigt, aber die Zahlen der Folgejahre zeigen, dass sich das veränderte Verhalten verfestigt hat, statt zurückzugehen. Für Gastronomiebetriebe bedeutet das: Die Erwartung, mit Karte zahlen zu können, wird eher noch selbstverständlicher werden.


Was bedeutet das konkret für Restaurants?

Aus den Daten lassen sich einige nüchterne Schlüsse ziehen, ohne dass man sie überzeichnen müsste.

Kartenzahlung ist von der Kür zur Pflicht geworden. Wenn eine große Mehrheit der Gäste sie voraussetzt, wird ihr Fehlen nicht mehr als Sparsamkeit, sondern als Lücke wahrgenommen. Das gilt besonders in Lagen mit vielen jungen oder spontanen Gästen.

Fehlende Kartenzahlung kann konkret Gäste kosten. Zwei unabhängige Befragungen zeigen, dass ein erheblicher Teil der jüngeren Gäste ein Lokal deshalb schon einmal gemieden hat. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern eine dokumentierte Reaktion.

Kontaktlos ist der Normalfall. Da fast neun von zehn girocard-Zahlungen kontaktlos erfolgen, gehört die schnelle, berührungslose Zahlung inzwischen zum Standard, den Gäste gewohnt sind.

Kartenzahlung ist Teil eines größeren Bildes. Sie fügt sich in einen Alltag ein, in dem Gäste ohnehin zunehmend digital agieren – von der Speisekarte per QR-Code bis zur Abholung per Vorbestellung. Wer bei einem dieser Bausteine ansetzt, sollte die anderen mitdenken.

Wichtig ist dabei die Verhältnismäßigkeit: Bargeld verschwindet nicht. In der girocard-Umfrage zur Außengastronomie lag die Zahlungspräferenz mit 44 Prozent Karte zu 47 Prozent Bargeld noch nahezu gleichauf. Es geht also nicht darum, Bargeld abzuschaffen, sondern darum, beide Wege anzubieten.


Häufige Missverständnisse

Rund um das Thema kursieren einige Aussagen, die sich bei genauem Hinsehen nicht sauber belegen lassen. Gerade weil sie plausibel klingen, lohnt der kritische Blick.

„Gäste, die mit Karte zahlen, geben mehr aus.” Diese Behauptung wird oft wiederholt, ist aber nicht belastbar belegt. In der eat.pay.love-Studie beruht sie lediglich auf einer Selbsteinschätzung der befragten Gastronomen, nicht auf einem gemessenen Vergleich von Karten- und Barumsätzen. Als gesicherte Tatsache sollte man sie deshalb nicht behandeln.

„Kartenzahlung lohnt sich nur für große Betriebe.” Die Zahl der Akzeptanzstellen ist über alle Betriebsgrößen hinweg gewachsen – auf über 1,3 Millionen Terminals. Die Verbreitung spricht dagegen, dass es sich um ein Thema nur für große Häuser handelt.

„Bargeldloses Zahlen ist zu langsam für den Betrieb.” Angesichts eines Kontaktlos-Anteils von 88,5 Prozent ist die schnelle, berührungslose Zahlung längst der Regelfall. Das Argument der Langsamkeit trifft die heutige Realität kontaktloser Zahlungen kaum noch.

„Wer Karte anbietet, muss Bargeld abschaffen.” Das Gegenteil ist der Fall. Die Daten zeigen ein Nebeneinander beider Zahlungswege; in der Außengastronomie liegen Bar und Karte nahezu gleichauf. Beides parallel anzubieten entspricht dem, was Gäste erwarten.


Checkliste: Ist Kartenzahlung für Ihren Betrieb relevant?

  • Ein Teil Ihrer Gäste ist jung oder spontan unterwegs
  • Gäste fragen gelegentlich, ob Kartenzahlung möglich ist
  • Ihr Betrieb liegt in einer Lage mit viel Laufkundschaft
  • Kontaktloses Zahlen ist bei Ihren Gästen selbstverständlich
  • Sie möchten Bargeld und Karte parallel anbieten, nicht ersetzen
  • Digitale Gästeservices sind bei Ihnen Thema oder in Planung

Je mehr Punkte zutreffen, desto eher gehört die Kartenzahlung bei Ihnen zur Grundausstattung – und desto sinnvoller ist es, sie als selbstverständlichen Teil des Gästeservices mitzudenken.


Fazit

Die Studienlage zeichnet ein klares, aber differenziertes Bild. Die belastbaren Transaktionsdaten der girocard belegen einen anhaltenden, mehrjährigen Trend zum bargeldlosen und kontaktlosen Bezahlen. Befragungen von orderbird/Mastercard und girocard zeigen übereinstimmend, dass Gäste – besonders jüngere – Kartenzahlung erwarten und ihr Fehlen mit Meidung quittieren. Der Einzelhandel, hier durch die EHI-Zahlen abgebildet, bestätigt den gesamtwirtschaftlichen Rahmen.

Gleichzeitig lohnt sich Nüchternheit: Bargeld bleibt relevant, und einzelne verbreitete Behauptungen – etwa dass Kartenzahler grundsätzlich mehr ausgeben – halten einer genauen Prüfung nicht stand. Die tragfähige Schlussfolgerung ist deshalb schlicht: Kartenzahlung ist heute weniger ein Wettbewerbsvorteil als eine Grunderwartung. Wer sie anbietet, erfüllt, was viele Gäste ohnehin voraussetzen – und schafft die Basis, auf der weitere digitale Schritte sinnvoll aufbauen können.

Digitale Gästeservices im Überblick

Sehen Sie, welche digitalen Bausteine kleinen Gastronomiebetrieben im Alltag wirklich helfen – von der digitalen Speisekarte bis zur Vorbestellung.


Studien & Quellen

Die Aussagen in diesem Artikel basieren auf geprüften Studien, Branchenquellen und Transaktionsdaten. Eine Übersicht der verwendeten Quellen und ihrer Einordnung findest du auf unserer zentralen Studienseite.

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Häufige Fragen

Muss ich als Restaurant Kartenzahlung anbieten? Eine allgemeine gesetzliche Pflicht dazu gibt es in Deutschland nicht. Entscheidend ist heute weniger die Vorschrift als die Erwartung der Gäste: Eine große Mehrheit setzt Kartenzahlung voraus, und ihr Fehlen wird zunehmend als Lücke wahrgenommen.

Erwarten Gäste wirklich Kartenzahlung? Laut der eat.pay.love-Studie von orderbird und Mastercard erwarten rund 91 Prozent der Gäste die Kartenakzeptanz als Standardservice, bei den 30- bis 39-Jährigen sogar etwa 96 Prozent. Es handelt sich um eine repräsentative Verbraucherbefragung.

Verliere ich ohne Kartenzahlung tatsächlich Gäste? Zwei unabhängige Befragungen deuten darauf hin: 36 Prozent der Gäste haben laut eat.pay.love schon ein Lokal ohne Kartenzahlung gemieden, bei jüngeren mehr als die Hälfte. Eine girocard-Umfrage zur Außengastronomie nennt 62 Prozent bei den 16- bis 29-Jährigen.

Ist Bargeld in der Gastronomie noch relevant? Ja. In der girocard-Umfrage zur Außengastronomie lagen Bargeld (47 Prozent) und Karte (44 Prozent) nahezu gleichauf. Sinnvoll ist deshalb, beide Zahlungswege parallel anzubieten, statt einen zu ersetzen.

Was bedeutet kontaktloses Bezahlen? Gemeint ist das Bezahlen durch Auflegen von Karte oder Smartphone, ohne Stecken oder PIN bei kleinen Beträgen. Laut girocard erfolgten im Dezember 2025 bereits 88,5 Prozent der girocard-Zahlungen kontaktlos – es ist damit der Normalfall.

Lohnt sich Kartenzahlung auch für kleine Betriebe? Die Zahl der Akzeptanzstellen ist über alle Betriebsgrößen hinweg auf über 1,3 Millionen Terminals gewachsen. Das spricht dafür, dass Kartenzahlung längst kein Thema mehr allein für große Häuser ist.

Geben Gäste mit Karte mehr aus als mit Bargeld? Das lässt sich mit den vorliegenden Studien nicht belegen. Die verbreitete Aussage beruht auf einer Selbsteinschätzung befragter Gastronomen, nicht auf gemessenen Umsätzen, und sollte nicht als gesicherte Tatsache behandelt werden.

Wie fange ich mit bargeldlosem Bezahlen am besten an? Sinnvoll ist ein pragmatischer Einstieg, der zum Betrieb passt und Bargeld weiterhin zulässt. Kartenzahlung lässt sich gut mit anderen digitalen Gästeservices zusammendenken, etwa der digitalen Speisekarte oder Vorbestellungen.

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