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Allergene auf der Speisekarte richtig ausweisen

Praxis-Anleitung für Gastronomiebetriebe – so kennzeichnen Sie Allergene auf Ihrer Speisekarte korrekt, einheitlich und für Gäste verständlich, Schritt für Schritt.

Praxis-Anleitung für Gastronomiebetriebe – so kennzeichnen Sie Allergene auf Ihrer Speisekarte korrekt, einheitlich und für Gäste verständlich, Schritt für Schritt.

Welche Zutaten kennzeichnungspflichtig sind, ist das eine – sie im Betrieb sauber und verständlich auf der Karte auszuweisen, das andere. Genau hier tun sich viele Gastronomiebetriebe schwer: mal steht ein Buchstabe hinter dem Gericht, mal fehlt die Legende, mal ist unklar, was eigentlich in der Sauce steckt.

Dieser Artikel zeigt praxisnah, wie Sie Allergene auf Ihrer Speisekarte korrekt und für Gäste nachvollziehbar kennzeichnen. Welche 14 Allergene es überhaupt gibt, lesen Sie im Überblick zu den 14 Hauptallergenen. Hier geht es darum, wie Sie sie im Alltag richtig darstellen.

Das Wichtigste auf einen Blick Wählen Sie eine Kennzeichnungsform und nutzen Sie sie einheitlich auf der gesamten Karte. Wichtig sind eine gut sichtbare Legende, das Mitdenken versteckter Allergene in Saucen und Beilagen und eine Kennzeichnung, die bei jeder Rezepturänderung aktuell bleibt.

Warum eine saubere Kennzeichnung wichtig ist

Eine klare Allergenkennzeichnung schützt Gäste mit Allergien und schafft Vertrauen. Sie reduziert außerdem Rückfragen im Service und gibt dem Team Sicherheit im Umgang mit Nachfragen.

Umgekehrt sorgt eine unklare oder veraltete Kennzeichnung schnell für Verunsicherung – im schlimmsten Fall mit gesundheitlichen Folgen für den Gast. Der Aufwand für eine saubere Lösung ist gering im Vergleich zum Risiko einer fehlerhaften Angabe. Wie sich Allergene dauerhaft strukturiert pflegen lassen, zeigt unsere Seite zu Allergenen & Zusatzstoffen.


Welche Möglichkeiten der Kennzeichnung gibt es?

Für die Kennzeichnung gibt es mehrere gängige Wege. Welcher passt, hängt von Umfang der Karte, Betriebsart und Änderungshäufigkeit ab.

VarianteVorteileNachteile
Klartext in der Speisekartesofort verständlich, keine Legende nötigverlängert die Karte, unübersichtlich bei vielen Zutaten
Kennbuchstaben (A–R)kompakt, gängig, platzsparendLegende nötig, Gäste müssen zuordnen
Fußnoten oder Zahlenflexibel und kompaktnur mit erklärter Legende verständlich
Digitale Speisekartezentral pflegbar, immer aktuell, oft filterbarSmartphone der Gäste nötig
Separate AllergenkarteHauptkarte bleibt übersichtlichzusätzliche Pflege, muss aktiv verfügbar sein

Viele Betriebe kombinieren: Kennbuchstaben auf der gedruckten Karte plus eine digitale Speisekarte, auf der Gäste die Angaben bequem per QR-Code einsehen. Entscheidend ist weniger die Methode als ihre konsequente und einheitliche Umsetzung.


So kennzeichnen Sie Allergene – Schritt für Schritt

Zutaten erfassen

Alle Zutaten je Gericht vollständig auflisten – inklusive Saucen und Beilagen.

Allergene zuordnen

Jedem Gericht die enthaltenen Allergene zuweisen.

Einheitlich darstellen

Eine Kennzeichnungsform wählen und überall gleich verwenden.

Aktuell halten

Bei jeder Rezeptur- oder Lieferantenänderung anpassen.

Team informieren

Service und Küche über Allergene in den Gerichten schulen.

Schritt 1: Zutaten vollständig erfassen

Listen Sie für jedes Gericht alle Zutaten auf – auch die, die man leicht übersieht: Brühen, Saucen, Dressings, Panaden und Beilagen. Gerade hier stecken oft Allergene wie Sellerie, Senf oder Sulfite.

Schritt 2: Allergene je Gericht zuordnen

Ordnen Sie jeder Zutat die enthaltenen Allergene zu und fassen Sie sie pro Gericht zusammen. So entsteht für jedes Gericht eine klare Liste der auszuweisenden Allergene.

Schritt 3: Kennzeichnung einheitlich darstellen

Entscheiden Sie sich für eine Form – zum Beispiel Kennbuchstaben – und verwenden Sie sie auf der gesamten Karte gleich. Eine gut sichtbare Legende erklärt, wofür die Kürzel stehen.

Schritt 4: Änderungen regelmäßig pflegen

Ändern sich Rezepturen, Lieferanten oder Tagesgerichte, muss die Kennzeichnung sofort mitgezogen werden. Ein fester Prüfzeitpunkt hilft, nichts zu übersehen.

Schritt 5: Mitarbeitende informieren

Service und Küche sollten wissen, welche Gerichte welche Allergene enthalten und wie sie mit Nachfragen umgehen. So bleibt die Auskunft auch mündlich verlässlich.


Beispiele: Typische Gerichte und ihre Allergene

Die folgende Übersicht zeigt, wie eine Zuordnung aussehen kann. Die tatsächlichen Allergene hängen immer von Ihrer konkreten Rezeptur ab – die Beispiele dienen nur zur Orientierung.

GerichtAllergene (Kennbuchstaben)
Pizza MargheritaA (Gluten), G (Milch)
Caesar SaladA (Gluten), C (Ei), D (Fisch), G (Milch)
Spaghetti CarbonaraA (Gluten), C (Ei), G (Milch)
CheeseburgerA (Gluten), C (Ei), G (Milch), M (Senf), N (Sesam)
Schnitzel (paniert)A (Gluten), C (Ei), G (Milch)

Hinweis: Achten Sie besonders auf versteckte Allergene. Das Fisch-Allergen im Caesar Salad steckt zum Beispiel meist unbemerkt im Dressing (Anchovis), das Senf-Allergen im Burger oft in Sauce oder Röstzwiebeln.


Typische Fehler

Fehler 1: Uneinheitliche Kennzeichnung

Mal Klartext, mal Buchstabe, mal gar nichts: Wechselnde Darstellungen verwirren Gäste. Legen Sie eine Form fest und behalten Sie sie bei.

Fehler 2: Legende fehlt oder ist versteckt

Kennbuchstaben ohne erklärte Legende sind wertlos. Die Erläuterung gehört gut sichtbar auf dieselbe Karte – nicht nur auf Nachfrage.

Fehler 3: Versteckte Allergene übersehen

Saucen, Brühen, Panaden und Dressings enthalten häufig Allergene, die man dem Gericht nicht ansieht. Prüfen Sie jede Komponente, nicht nur die Hauptzutat.

Fehler 4: Kennzeichnung und Küche driften auseinander

Wird ein Rezept geändert, aber die Karte nicht angepasst, stimmen die Angaben nicht mehr. Kennzeichnung und tatsächliche Zubereitung müssen zusammenpassen.


Checkliste: Allergene auf der Karte ausweisen

  • Eine Kennzeichnungsform gewählt und überall einheitlich verwendet
  • Legende gut sichtbar auf der Karte platziert
  • Alle Zutaten je Gericht geprüft – inklusive Saucen und Beilagen
  • Versteckte Allergene berücksichtigt
  • Kennzeichnung mit der tatsächlichen Zubereitung abgeglichen
  • Angaben bei jeder Rezepturänderung aktualisiert
  • Service und Küche informiert

Fazit

Eine gute Allergenkennzeichnung ist keine Frage von Aufwand, sondern von Konsequenz: eine Form, eine sichtbare Legende, vollständig geprüfte Zutaten und aktuelle Angaben. Wer diese Punkte beachtet, gibt Gästen Sicherheit und entlastet das eigene Team.

Der größte Stolperstein ist die Pflege: Sobald sich Rezepturen ändern, muss die Kennzeichnung mit. Genau das lässt sich mit einer zentral gepflegten Lösung deutlich vereinfachen.

Allergene einfacher pflegen

Eine digitale Speisekarte erleichtert die Pflege von Allergenen erheblich, weil Änderungen nur einmal vorgenommen werden müssen und sofort für alle Gäste sichtbar sind.


Häufige Fragen

Wie kennzeichne ich Allergene am besten auf der Speisekarte? Wählen Sie eine Form – zum Beispiel Kennbuchstaben oder Klartext – und verwenden Sie sie einheitlich auf der gesamten Karte. Eine gut sichtbare Legende erklärt die Kürzel. Wichtig ist, dass die Angaben vollständig und aktuell sind.

Muss ich Allergene ausschreiben oder reichen Kennbuchstaben? Kennbuchstaben sind zulässig und in der Gastronomie verbreitet, solange eine erklärende Legende vorhanden und für Gäste zugänglich ist. Ohne erläuterte Legende sind die Kürzel für Gäste nicht nachvollziehbar.

Wo muss die Allergen-Legende stehen? Die Legende sollte dort zu finden sein, wo Gäste die Speisen auswählen – also gut sichtbar auf oder direkt bei der Karte. Sie sollte nicht erst auf Nachfrage herausgegeben werden müssen.

Wie kennzeichne ich Allergene in Saucen und Beilagen? Saucen, Dressings und Beilagen zählen zum Gericht und müssen mitgeprüft werden. Gerade hier stecken häufig versteckte Allergene wie Sellerie, Senf oder Milch. Erfassen Sie jede Komponente einzeln.

Wie gehe ich mit Tagesgerichten und wechselnden Karten um? Bei wechselnden Angeboten muss die Allergenkennzeichnung jedes Mal neu geprüft werden. Eine digitale Lösung erleichtert das, weil Änderungen zentral gepflegt und sofort übernommen werden.

Kann ich Allergene auch nur auf Nachfrage angeben? Eine mündliche Auskunft ist möglich, wenn im Betrieb eine schriftliche Dokumentation vorliegt und Gäste auf deren Verfügbarkeit hingewiesen werden. Eine sichtbare schriftliche oder digitale Kennzeichnung ist in der Praxis zuverlässiger.

Wie kennzeichne ich Allergene auf einer digitalen Speisekarte? Auf einer digitalen Karte lassen sich Allergene direkt jedem Gericht zuordnen und werden automatisch angezeigt. Änderungen müssen nur einmal gepflegt werden und sind sofort für alle Gäste sichtbar.

Was tue ich bei möglicher Kreuzkontamination? Wenn sich Allergenspuren durch gemeinsame Flächen oder Fritteusen nicht ausschließen lassen, ist ein Hinweis sinnvoll. Er ersetzt aber nicht die Kennzeichnung der tatsächlich enthaltenen Allergene und sollte nicht pauschal als Absicherung dienen.

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